L.A.-Gründung

L.A. Founding-History // Gründungsgeschichte

Folgender Text ist ein strenges, jedoch sorgfältig authentiziertes Komprimat, um jene komplexe Entstehungsgeschichte dieser faszinierenden “Schmelztiegel”-Metropole schmerzfrei und relativ leicht verständlich zu übermitteln. Dieser Beitrag ist ein ausdruckbares pdf-Dokument und kann als L.A.-Begleitblatt behilflich sein, nicht zuletzt weil das Olvera Street Gründungsviertel ein wesentlicher Bestandteil der Stadtrundfahrt ist.


   Die nomadischen Chumash - heute als einer der höchst-kultivierten und auch ältesten nordamerikanischen Indianerstämme überhaupt bezeichnet - waren vor tausenden von Jahren die allerersten Menschen, gefolgt von den Tongva, die sich insbesondere in den südkalifornischen Küstenregionen entlang des rauhen Nordpazifik niederließen, lange nachdem sie von verbleibenden Gletscherregionen der Eiszeit fortzogen. Sie wurden somit zu den rechtmäßig einheimischen Ureinwohnern ('indigenous Natives') Kaliforniens.

   Das eigentliche und neuzeitlich überlieferte Entdecken des noch namenlosen Los Angeles-Gebietes fand schließlich 1769 statt. Kaliforniens Nachbar Mexiko befand sich bereits unter spanischer Gewaltherrschaft. Eine Gruppe spanischer Entdecker, angeführt von Kapitan Gaspar de Portola, arbeitete an einem Pfad zwischen San Diego und San Francisco. Diese Verbindung kennt man heute als „El Camino Real.“ Der zweitwichtigste Mann in der Gründung von Los Angeles, Franziskanermönch Juan Crespi, hielt in seinem Tagebuch fest, wie die 67-Mann-Expedition am 2. August 1769 auf acht Heiden eines guten Dorfes traf. Nicht weniger als 21 Missionen sollten mit Zwangsarbeit entlang dieses Wegpfades entstehen. (Entlang Highway 101 zwischen L.A. & San Fran sind mehrere dieser originalen Pfadabschnitte historisch markiert). Die Natur dieses geschichtlichen Treffpunkts jener beiden Welten nennt man heute „Elysian Park“ – ganz in der Nähe des Baseball-Stadions der L.A. Dodgers.

   Der Vorschlag von Pater Crespi, die geplante Elysian Park Mission in ein Dorf weiter zu entwickeln, wurde vom neu ernannten Statthalter Kaliforniens, Felip de Neve, an den spanischen König, Carlos den Dritten, weitergeleitet. Daraufhin wurde Gouverneur de Neve beauftragt, dort ein Pueblo, spanisch für Dorf oder Kleinstadt, zu etablieren. Felip de Neve nahm seinen Auftrag, eine Stadtkolonie zu gründen, sehr ernst. Er entwarf Pläne, die einen Piazza, Felder, Weideland und königliches Land beinhalteten. Das war das erste Mal, dass eine Stadt geplant wurde bevor die ersten Siedler überhaupt eintrafen!

   Ebenfalls nicht einfach war es, die ersten offiziellen Siedler aus Mexiko in dieses reizend herrliche Flusstal nahe der Küste zu locken. Der Gouverneur ritt Jahre später höchstpersönlich ins mexikanische Sonora, um sich seine 'Untertanen' selbst zu holen. Die Gruppe, die sich schließlich auf den Weg zurück machte, bestand aus 11 Männern, 11 Frauen und 22 Kindern. Felip de Neve begleitete diesen Treck mit eigenen Soldaten, Missionaren und einigen Eingeborenen. Die 22 Kinder waren wahrhaftig buntgemischt: zwei Spanische; ein erstes Halbblut-Baby; acht Mulatten; neun Indianer und zwei Schwarze - zweifelsfrei der Ursprung des „Schmelztiegels“ - L.A.’s genetischer Farbtopf.

   Kurz nach Ankunft dieser auserwählt kleinen Gründungsgemeinde - den „Pobladores“ - war es dann soweit: Am 4. September 1781, nach einer Rede des Gouverneurs und dem Gebetssegen der Missionspriester, wurde dieses erste Pueblo eingeweiht und Felip de Neve zum offiziellen Gründer der Siedlung „El Pueblo de Nuestra Senora la Reina de los Angeles“ erkoren. Kurz übersetzt heiβt dies: „Das Dorf unserer Herrin, die Königin der Engel.“ Die derzeitig kalifornischen Yang-Na-Indianer beobachteten diese neuen Gepflogenheiten mit berechtigt gemischten Gefühlen. Die Gründungs-Mission ist heute die älteste Kirche der Stadt.

   Bis zum Jahre 1790 konnte El Pueblo 28 Haushalte und 139 Einwohner vorweisen, die sich um etwa 3000 Stück Vieh kümmerten. Um 1800 wuchs es auf 70 Haushalte und 315 Bürger heran. Da gab es ein Rathaus, ein Wachhaus, Kasernen und Getreidesilos. 1820 waren es dann schon 650 Menschen, die L.A. zur gröβten Zivilgemeinde in "Spanish California" machten.

   Dieses verschlafene 'Nest' wusste zu jener Zeit noch nicht, dass zwischenzeitlich die Vereinigten Staaten gegründet wurden und dass diese sich unerbittlich über den Kontinent ausbreiteten. Es dauerte noch ungefähr bis zum Jahre 1820 als der erste Nordstaatensiedler, ein sogenannter ‚Yankee’ (oder ‚Bushwacker’) nach deren Bürgerkrieg gegen die Südstaatler (oder ‚Jaybirds’) in Los Angeles ankam.

   Während das Dorf Los Angeles langsam zu einer Kleinstadt gedeihte, wurden große Landstriche an spanische Soldaten im Ruhestand verteilt, um sich dort niederzulassen. Doch nachdem das fällige Abkommen „Treaty of Cordova“ 1821 Mexikos Unabhängigkeit von Spanien erzielte, wurde auch Kalifornien kurzum ein Teil der Republik Mexiko. Nachfolgende mexikanische Statthalter vergaben weitere Landsubventionen dieser Gegend an neue Siedler. Diese Neuankömmlinge zogen zum größten Teil von Europa und der Ostküste Amerikas gen Westen. Das Klima und der Lebensstil waren große Motivatoren. Somit schlossen sich diese „Neu-Angelinos“ den existierenden „Californios“ an und wurden zu Farmern, Händlern und Weinbauern.

   Nach hauchdünnen und blutigen Entscheidungen, zumeist über Briten und Franzosen, erreichten die siegreichen U.S.-Truppen die Westküste. Kurz darauf entbrannte 1846 der einjährige und bittere Mexikanisch-Amerikanische Krieg. Die ebenfalls multi-kulti U.S.-Truppen eroberten im darauffolgenden Jahr Los Angeles und das gesamte Kalifornien, welches dann auch 1848 offiziell „Amerikanisch“ deklariert wurde. 'California' wurde übrigens 1850 zum 31. Staat Nordamerikas.

   Chinesische, französische und italienische Siedler erreichten Los Angeles ebenfalls in großen Mengen, besonders nach der Erschließung der ersten Eisenbahnstrecke mit San Francisco im Jahre 1876 („Southern Pacific Railroad“), was somit auch den ersten wahren Einwanderungs-Boom auslöste. Die Bevölkerungszahl kletterte zwischen 1880 und 1890 schon von ca. 11.000 bis 50.000!

   In den ersten Jahrzehnten quasi nur provinzieller Außenposten, fand sich Los Angeles hintereinander unter drei verschiedenen Ordensregeln: spanisch, mexikanisch und amerikanisch. In zäher Manier verschmolzen langsam aber sicher die U.S.-eigenen Sitten und Kulturen sowohl mit denen der originalen Stadtväter als auch mit jenen der neuen, hinzukommenden Nationalitäten. Mittlerweile sind es etwa 140 Ethnien, die L.A. ihre Wahlheimat nennen!!

   Das Entstehungsviertel um die heute typisch lateinamerikanische „Olvera Street“ Marktgasse in Downtown heißt jetzt „El Pueblo de Los Angeles Historic Monument“, eine mittlerweile gängige halb-spanisch, halb-englische Bezeichnung. (Im Neo-Jargon als 'Spanglish' bewitzelt ;o)

   27 historische Gebäude, wie z.B. die erste Feuerwache von 1884 ('Plaza Firehouse’) oder L.A.'s ältestes Haus, die Villa 'Avila Adobe' von 1818 des Bürgermeisters und einflussreichen mexikanischen Rancheros Don Francisco Avila, versammeln sich um den Markt und gelten jetzt als Zeugnis für die divers ethnischen Gruppen, die sich damals hier niederließen. Taucht ein in dieses Stück faszinierender Geschichte um jene Olvera Street, der ersten Straße von Los Angeles – „Stadt der Engel“....


Auszug aus dem Infinitum „That’s L.A!“ by Joerg Paul Herrmann © Copyright 2015--

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